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Kaufpreisfaktor: Ab wann ist eine Wohnung zu teuer?

Ein Kaufpreisfaktor unter 20 gilt als eher günstig, über 30 als eher teuer. Er ist Kaufpreis geteilt durch Jahreskaltmiete und der Kehrwert der Bruttomietrendite. Ob eine Wohnung zu teuer ist, zeigt erst die Nettomietrendite mit Hausgeld und Nebenkosten.

Was sagt der Kaufpreisfaktor?

Der Kaufpreisfaktor ist der Kaufpreis geteilt durch die Jahreskaltmiete. Er sagt dir, wie viele Jahre die Kaltmiete brauchen würde, um den Kaufpreis einzuspielen, ohne Kosten, Zinsen und Steuern. Ein Faktor von 25 heißt: 25 Jahresmieten.

Der Faktor ist der Kehrwert der Bruttomietrendite. Faktor 20 entspricht 5 % brutto, Faktor 25 entspricht 4 %, Faktor 30 rund 3,3 %. Je niedriger der Faktor, desto mehr Miete bekommst du für jeden Euro Kaufpreis.

Ab wann ist eine Wohnung zu teuer?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Verbreitet ist die Faustregel, dass ein Faktor unter 20 eher günstig und über 30 eher teuer ist. Dazwischen entscheidet die Lage: In gefragten Großstädten zahlen Käufer höhere Faktoren, weil sie mit steigenden Mieten und Preisen rechnen. In schrumpfenden Regionen ist ein niedriger Faktor oft der Ausgleich für ein höheres Risiko bei Leerstand.

Für die Wohnung aus dem Beispiel mit 780 € Kaltmiete im Monat ergibt sich aus dem Faktor direkt, welcher Preis zu welcher Rendite passt:

FaktorKaufpreisBruttoNetto
20187.200 €5,00 %3,98 %
25234.000 €4,00 %3,19 %
30280.800 €3,33 %2,66 %

Die Nettomietrendite rechnet Kaufnebenkosten und 90 € nicht umlagefähige Kosten im Monat ein. Deshalb liegt sie immer unter der Bruttomietrendite.

Wie rechnest du den Höchstpreis aus?

Du willst wissen, wie viel du für die Wohnung höchstens zahlen solltest, wenn sie das Ziel der App von 5 % Bruttomietrendite erreichen soll. Dann teilst du die Jahresmiete durch das Ziel:

Höchstpreis bei 780 € Kaltmiete und 5 % Bruttomietrendite
Jahreskaltmiete (780 € × 12)9.360 €
Ziel Bruttomietrendite5 %
Entspricht Kaufpreisfaktor20,0

9.360 € ÷ 5 %

Höchstpreis187.200 €
Mit diesen Werten rechnen

Verlangt der Verkäufer 240.000 €, liegt der Faktor bei 25,6 und die Bruttomietrendite bei 3,90 %. Das ist kein Ausschlussgrund, aber ein Argument für die Verhandlung: Der Preis liegt 52.800 € über dem Wert, der zu deinem Ziel passt.

Warum reicht der Faktor allein nicht?

Zwei Wohnungen mit demselben Faktor können sehr unterschiedlich rentabel sein. Der Faktor kennt weder das Hausgeld noch die Kaufnebenkosten, den Zustand oder die Finanzierung.

Hat die Wohnung aus dem Beispiel statt 90 € doppelt so hohe nicht umlagefähige Kosten, bleibt der Faktor bei 25,6. Die Nettomietrendite fällt aber von 3,11 % auf 2,70 %. Für deine Entscheidung zählt die Nettomietrendite mehr, und für dein Budget der Cashflow nach Steuern.

  • Rechne mit der Kaltmiete aus dem Mietvertrag oder dem Mietspiegel, nicht mit einer erhofften Miete.
  • Bei leeren Wohnungen ist die Miete eine Annahme. Prüf sie an vergleichbaren Angeboten in derselben Straße.
  • Mit Nebenkosten liegt der Faktor im Beispiel bei 28,5. Das ist ehrlicher, wenn du mit deinem tatsächlichen Einsatz vergleichst.

Faustregel

Ein Faktor unter 20 ist ein gutes Zeichen, über 30 ein Grund zum Nachrechnen. Entscheide aber nie am Faktor allein. Prüf danach die Nettomietrendite und den Cashflow, denn dort stecken Hausgeld, Nebenkosten und Finanzierung.

Häufige Fragen

Wie berechne ich den Kaufpreisfaktor?
Kaufpreis geteilt durch die Jahreskaltmiete. 240.000 € Kaufpreis bei 780 € Kaltmiete im Monat ergeben 240.000 € ÷ 9.360 €, also einen Faktor von 25,6.
Ist ein hoher Kaufpreisfaktor immer schlecht?
Nein. In gefragten Lagen sind hohe Faktoren üblich, weil Käufer mit steigenden Mieten rechnen. Du zahlst dann aber heute mehr für jeden Euro Miete und brauchst meist mehr Eigenkapital oder einen höheren Zuschuss.
Rechnet man mit Kaltmiete oder Warmmiete?
Mit der Nettokaltmiete. Umlagefähige Nebenkosten zahlt der Mieter, sie laufen nur durch und sind kein Ertrag.

Hinweis: Inhalte und Berechnungen dieses Ratgebers dienen nur als unverbindliche Einschätzung (indikativ). Sie sind keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder Anlageberatung und ersetzen keine Prüfung im Einzelfall. Gesetze, Zinsen und Preise können sich ändern, maßgeblich ist der Stand oben. Für deine Entscheidung frag im Zweifel eine Steuerberatung, eine Rechtsberatung oder deine Bank.

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